Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm, heißt es im berühmten Titelsong der Sesamstraße. Die haben die Redakteure der neuen Zeitschrift Neon wohl gerne gesehen, denn das erste Heft wimmelt von Fragen.

Wie macht man eine Autopsie? Na, wie war ich? Wieso rutscht Obelix nie die Hose runter? Was wäre denn das Schlimmste? Bin ich zu früh? Warum ist das so?

Wie fühlt sich das an, ein Orgasmus? Wo gibt's die praktischen Halteverbotsschilder für den Umzug? In was für einem Land leben wir eigentlich? "Eigentlich sollten wir erwachsen werden" steht als eine Art Motto auf der Titelseite des Blattes, das sich an Männer und Frauen zwischen 20 und 30 wendet. Und eigentlich sollten wir in Zeiten der großen Medienkrise jubeln, wenn es ein Verlag (Gruner + Jahr) wagt, talentierten Journalisten einen Job zu geben und ein neues Magazin zu lancieren, und das auch noch am Rand des Sommerlochs. Tun wir auch, pflichtschuldig, um dann festzustellen, dass hier die ehemalige Redaktion von jetzt, dem eingestellten Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, noch einmal den scheinbar naiven Zugriff auf die Welt simuliert, der die Beilage für alle unter 25 unersetzlich, für alle über 25 unerträglich oder schlicht unverständlich machte. Doch im stolzen Magazinformat, unter dem Dach des stern, dessen Logo auf dem Titel prangt und dessen Chefredakteure als Herausgeber fungieren, ist die Rebellion der Torheit nur noch ein Marketingkonzept, zusammengerührt aus ein bisschen jetzt-Nachlass, ein paar Listen und einigen Ideen aus der guten alten ZEIT.

Unsere beliebte Rubrik Stimmt's? zum Beispiel finden wir unter dem Titel Mythos & Wahrheit wieder, und die Idee, Teile des Blattes nach Verben zu benennen (Sehen, Fühlen, Wissen), haben wir auch schon mal ein paar Monate lang zu Tode geritten. Die 100 wichtigsten jungen Deutschen heißt die Titelgeschichte. Die könnte auch im Focus stehen. Schlimmeres lässt sich über ein neues Jugendmagazin kaum sagen.