Susan Sontag wird den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten, weil sie "in einer Welt der gefälschten Bilder und der verstümmelten Wahrheiten für die Würde des freien Denkens eingetreten" ist. So lautet, in vollendetem Pathos, die Begründung des Börsenvereins. Ausgezeichnet wird damit nicht zuvörderst das erzählerische Werk einer Schriftstellerin, sondern die Essayistik und damit der politische Interventionismus einer Ikone der amerikanischen Linken. Ein Schelm, wer dabei an den Irak denkt und annimmt, hier sollten das andere, kriegskritische Amerika und dazu ein bisschen die deutsche Verweigerungshaltung geehrt werden.
Preisverleihung: Die Revisionistin
Susan Sontag gilt bei uns als Kritikerin der USA. Tatsächlich ändert sie ihre Meinung gern und oft