Bis vor kurzem galt Tourismus als sichere Wachstumsbranche - doch inzwischen wird beim Reisen gespart. Das gilt selbst für den größten Anbieter der Welt, die TUI in Hannover. Zwar beteuerte Konzernchef Michael Frenzel vergangene Woche auf der Hauptversammlung, die TUI sei "in guter Verfassung". Doch andererseits solle ein "strammes Kostensenkungsprogramm" fortgesetzt werden.

Was das bedeutet, erfuhren die Ruheständler der TUI drei Tage später per Post: Bis auf einen zehnprozentigen Rabatt seien alle gewohnten Reisevergünstigungen "mit sofortiger Wirkung" gestrichen. Viele Rentner sind erbost. Doch die Sparmaßnahmen, mit denen sich die TUI für den Preiskampf im Tourismus rüstet, betreffen nicht nur Ruheständler. Am vergangenen Dienstag einigten sich Geschäftsführung und Betriebsrat der TUI Deutschland darauf, 150 Stellen abzubauen - und das sind nur die ersten von rund 2000 Arbeitsplätzen, die der Konzern bis Ende 2004 streichen will.