Erkenntnisstreben ist edel - und teuer. Wer promovieren will, muss erst mal rechnen. Zum Beispiel so: monatliche Kosten für Wohnung und Telefon: 350 Euro, Lebenshaltungskosten (inklusive Freizeit): 450 Euro, Versicherungen: 100 Euro, Bücher, Kopien, Büromaterial: 100 Euro - macht 1000 Euro im Monat, für bescheidene Zeitgenossen vielleicht ein bisschen weniger. Dazu kommen im Laufe der Promotion noch rund 2500 Euro für PC und Drucker, 3000 Euro Tagungskosten pro Jahr, 5000 Euro für einen Forschungsaufenthalt im Ausland und zu guter Letzt bis zu 3000 Euro für die Veröffentlichung der Dissertation. Summa summarum muss man für den Doktortitel 37 500 Euro aufbringen, wenn die Promotion zwei Jahre dauert, bei drei Jahren kommt man ungefähr auf 49 500 Euro. Und die Zeit des Forschens und Schreibens kann noch teurer werden, wenn man - wie in den Naturwissenschaften - hohe Materialkosten hat.

Woher soll das Geld kommen? Vier Möglichkeiten bieten sich an: erstens ein Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter, entweder an einer Universität oder in einem Forschungsinstitut; zweitens ein Stipendium der Begabtenförderung; drittens ein Platz in einem Graduiertenkolleg und viertens die Promotion in einem Unternehmen.

Unis und Institute:

Angesichts der schwachen Finanzlage vieler Universitäten sind für wissenschaftliche Mitarbeiter halbe Stellen die Regel. Oft gehen sie allerdings in eine Vollzeitbeschäftigung über bei 50 Prozent Bezahlung. Besonders hart umkämpft sind Unistellen in Fächern mit schlechten Berufsaussichten - wie etwa in Philosophie oder Kunstgeschichte. Besser sieht es dagegen in Fachbereichen aus, wo es außerhalb der Wissenschaft attraktive Alternativen gibt, beispielsweise bei den Betriebswirten: Das vergleichsweise geringe Unigehalt hält viele Absolventen davon ab, den akademischen Weg einzuschlagen. Von den mageren Verdienstaussichten sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen - viele BWL-Professoren haben eigene Firmen, über deren Projekte die wissenschaftlichen Mitarbeiter ihr Gehalt ordentlich aufbessern können.

Als Angestellter des öffentlichen Dienstes verdient man je nach Alter und Wohnort laut BAT IIa zwischen 35 000 und 40 000 Euro im Jahr, außerdem hat man Anspruch auf Urlaub, und der Arbeitgeber beteiligt sich an den Pflichtversicherungen. Für eine Promotion am Lehrstuhl spricht auch die Nähe zum Professor, die allerdings zum Verhängnis werden kann, wenn der Ordinarius seinen Mitarbeiter maßlos einspannt. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass der Vertrag ausläuft, bevor die Dissertation beendet ist.

Wer wenig Interesse an der Lehre hat und sich intensiv der Forschung widmen will, sollte sich überlegen, an einem Forschungsinstitut zu promovieren. Zu den bekanntesten staatlich geförderten Einrichtungen gehören die der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft. Innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz sind zudem eine Reihe von Forschungsinstituten für Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften zu finden.

Für Doktoranden sind die Institute zum einen als Arbeitgeber interessant. Die Verträge laufen über zwei bis drei Jahre, die Bezahlung erfolgt nach BAT IIa. Zum anderen vergeben sie eine Reihe von Stipendien, die meisten betragen rund 1000 Euro monatlich. Da die Doktoranden in der Regel in ein aktuelles Forschungsprojekt eingebunden sind, dessen Ergebnisse sie in ihrer Dissertation verwerten können, stehen die Chancen, die Promotion zügig zu beenden, sehr gut.