Seit zehn Jahren arbeite ich (Gynäkologin) an der Qualitätskontrolle des Turiner Screeningprogramms für Brustkrebs mit. Zweifellos benötigen Programme zur Früherkennung eine extrem strenge Qualitätskontrolle, um die Anzahl der falsch positiven Fälle möglichst gering zu halten. Das erfordert eine enorme Fachkenntnis des radiologischen Personals und die Anwendung eines diagnostischen Protokolls, in dem mit möglichst wenig einschneidenden Diagnoseverfahren jeder Fehlalarm vor der ersten Operation herausgefiltert wird.

Ein effektives Programm muss nicht nur Personenkreis und Untersuchungsabstände genau definieren, um die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Erkrankungsrisiko zu erreichen, sondern auch so organisiert sein, dass der Zeitaufwand und die Wartezeiten auf Befunde für die Patientinnen so gering wie möglich gehalten werden.

Jedes Früherkennungsprogramm birgt das Risiko des overtreatment, aber solange in Deutschland viel zu viele Frauen wegen gutartiger Tumore operiert oder viel zu wenig über die Therapiemöglichkeiten ihres Krebses informiert werden, weil es kein organisiertes Programm gibt und die Therapieentscheidung häufig einem Facharzt ohne spezifische Sachkenntnis überlassen bleibt, könnte die korrekte chirurgische Entfernung eines In-situ-Karzinoms, an dem die Patientin vielleicht nicht gestorbe n wäre, unter Umständen das geringere Übel sein.

Dr. Gabriele Schnapper Rocca d'Arazzo, Italien

Sollten sich die Autoren jemals einer Krebsvorsorge-Untersuchung unterziehen, würde das PSA hoffentlich im Blut gesucht werden. Ich habe jedenfalls in meiner langjährigen urologischen Praxis diesem Krebsmarker bisher vergeblich im Urin nachgestellt.

Dr. med. Jörg Papenburg per E-Mail

Seit dem 1. Oktober 2002 wird die Darmspiegelung (Koloskopie) zur Früherkennung von Dickdarmkrebs von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt: Versicherte haben Anspruch auf zwei Spiegelungen (56. und 66. Lebensjahr).