Denkt man an die deutsche Schule, dann könnte einem der Stoßseufzer kommen, "McKinsey, bitte übernehmen sie!" Bieten die Organisationstherapeuten der Wirtschaft tatsächlich Auswege aus der deutschen Krähwinkelei? Wir wollen es im Stuttgarter Literaturhaus herausfinden. Es ist die erste Station einer Rundreise durch die Bildungslandschaft vor den großen Ferien.

Trotz 34 Grad und drückender Schwüle im Stuttgarter Kessel ist der Saal gut gefüllt. Jürgen Kluge, der Chef von McKinsey, einer der begehrtesten Unternehmensberater im Land, stellt sein Buch über die Bildungsmisere vor. Eene meene muh und raus bist du! steht auf dem Cover. Der Abzählvers beschreibt den Geist in vielen Klassenzimmern. Kluge wird ganz ernst. "Wenn wir so weitermachen, werden wir ausgezählt." Auf die Wissensgesellschaft seien wir, die Weltmeister des Industriezeitalters, schlecht vorbereitet. "Lernen ist doch in aller Regel ein Glücksgefühl", schwärmt er. Das Humankapital dürfe man nicht mit angedrohtem Versagen einschüchtern und nicht mit angedrohtem Ausschluss vergiften.