die zeit: Vergangene Woche konnten wir bewundern, wie der Honda-Roboter Asimo läuft und sogar Treppen steigt – ist damit das Thema "Laufen" in der Robotik erledigt?

Holk Cruse: Ganz sicher nicht. Lassen Sie mal Asimo neben einem Menschen hergehen, dann springt geradezu ins Auge, wie groß der Unterschied noch ist. Außerdem kann Asimo – anders als selbst einfache Tiere – nicht autonom agieren.

zeit: Was heißt denn "Autonomie"?

Cruse: Wenn man einen Ingenieur nach Autonomie fragt, dann sagt der: Es gibt kein Kabel, das zum System führt. Aber als Biologe fasse ich "Autonomie" wörtlich auf, also im Sinne von: sich selbst die Regel geben. Das hieße dann, dass ein System nicht nur reagiert, sondern sich selbst die nächsten Schritte überlegt.

zeit: Sie haben zusammen mit Friedrich Pfeiffer das DFG-Programm "Autonomes Laufen" geleitet, das soeben abgeschlossen wurde. Ergebnis?

Cruse: Ganz knapp zusammengefasst könnte man sagen: Das Programm hat uns gezeigt, dass Roboter besser laufen lernen, wenn sich ihre Erbauer an der Natur orientieren.

zeit: Warum ist Laufen eigentlich so schwierig?