Fand Ihre Jugend vielleicht in den späten sechziger Jahren statt? Der Ursprung des Gerüchts über die berauschenden Bananenschalen lässt sich nämlich ziemlich genau datieren: Im März 1967 erschien die Studentenzeitung Berkeley Barb in San Francisco mit einer Geschichte, die die Redaktion wiederum bei dem damals populären Sänger Country Joe aufgeschnappt hatte. Man müsse das innere Mark aus der Bananenschale herauskratzen, es im Backofen trocknen und dann als Joint rauchen. Im Summer of Love, als die kalifornischen Hippies mit allem experimentierten, was irgendwie das Bewusstsein zu erweitern versprach, fiel die Meldung auf fruchtbaren Boden. Country Joe and the Fish verteilten auf einem Konzert 500 der neuartigen Joints, und kurz darauf sollen in Haight Ashbury die Bananen ausverkauft gewesen sein.

Der Sänger berichtet heute auf seiner Website von den Experimenten, die ungefähr so abgelaufen sein sollen: "Wirst du high?" – "Nee, wirst du high?" – "Ich weiß nicht, vielleicht…" Trotz der offenbar ernüchternden Erfahrungen verbreitete sich die Geschichte rasant, und schließlich sah sich sogar die oberste Arzneimittelbehörde FDA genötigt, die gelben Schalen auf halluzinogene Inhaltsstoffe zu untersuchen. Ergebnis: nichts, nothing, nada. Trotzdem war die Legende von der legalen Droge wohl faszinierend genug, um bis heute immer weitergegeben zu werden. Christoph Drösser

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