Wenn in diesen Wochen die Sechsjährigen in die Grundschulen einrücken, haben sie es gewiss einfacher als wir, die wir uns an die neue Lage noch gewöhnen müssen. Auf die Frage nach der Länge des Abc werden die gelehrigen Kinder bald ganz arglos 25 sagen, und wir werden sie, wenn auch schweren Herzens, dafür loben müssen.

Denn sie spüren keine Lücke zwischen S und U, woher auch sollen sie wissen, welches Zeichen da schon immer heimisch war? Es war im Ursprung ein schlankes, unschuldiges Zeichen, das vom großen Geld gefressen wurde, von einem markig-farbigen Fernmeldekonzern. Immer war das Zeichen zum allgemeinen Gebrauch frei gewesen, bis es dem rosa Riesen in den Schlund fiel. Und wer es von da an kommerziell zu verwenden sich vornahm, bekam eine Abmahnung oder wurde für irre Summen auf den Klageweg und in die Knie gezwungen. Da haben sich die Bürger besonnen und beschlossen, Askese zu üben. Aber ob wir so auf Dauer froh sein können?

Doch, ja, denn manchmal sehen wir das Zeichen noch auf dem Bildschirm, im Werbeblock, dann erinnern wir Erwachsenen uns an den unglücklichen Kurs dieser Firma: die kühn zum Himmel sich aufschwingende Linie, jäh an der Finanzdecke endend, kein Höhenflug mehr, nie wieder, schlaff herab hängen die Seriphen - nein, nein, es wird uns besser gehen ohne.Ulrich S(t)ock