DIE ZEIT: Sie sind Geschäftsführerin beim ifp, der Journalistenschule der Katholischen Kirche. Müssen Ihre Stipendiaten beten, bevor sie schreiben?

Elvira Steppacher: Nein. Das Vorurteil begegnet mir aber häufig. Wir prüfen auch nicht, wie oft jemand in die Kirche geht. Allerdings kommt es uns schon darauf an, dass unsere Schüler den katholischen Glauben leben. Ansonsten gilt: Für unsere studienbegleitende Ausbildung suchen wir Leute mit Neugier, Offenheit und Scharfsinn…

ZEIT: …der sich dann nicht gegen die Katholische Kirche richten darf…

Steppacher: Völlig falsch. Die Kirche genießt bei uns keinen Sonderstatus, nach dem Motto "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing". Unsere Schüler sollen sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, egal, um was es geht. Wir bringen ihnen das journalistische Handwerk bei – genauso wie das andere Journalistenschulen auch tun.

ZEIT: Was ist denn dann noch katholisch an Ihrer Ausbildung?

Steppacher: Wir betrachten Journalismus nicht losgelöst von Werten. Nicht alles, was handwerklich in Ordnung ist, ist auch ethisch vertretbar. Außerdem vermitteln wir nicht nur das journalistische Handwerkszeug, sondern bieten zum Beispiel auch spirituelle Besinnungswochenenden an.

ZEIT: Wo arbeiten Ihre Absolventen – in der Bistumspresse oder beim Rheinischen Merkur?