Die deutsche Hauptstadt im Jahr 14 nach der Wende: Ganz Berlin ist von Nobel-Restaurants und Yuppie-Bars besetzt. Ganz Berlin? Eigentlich bloß Mitte und Prenzlauer Berg. Im Elendsgürtel drum herum behilft man sich mit Ruckzuck-Essen. Überall anders würde dies Defizit wohl schamvoll kaschiert, an der Spree hingegen veredelt man es zu einer schönen Ausstellung, unter dem Motto Imbissbuden - Essen ohne Grenzen. Noch bis zum 15. Dezember zeigt die Domäne Dahlem Aufnahmen "nativer", "entwickelter" und "definitiver" Würstchenbuden, gehäkelte Eat-Art-Objekte von Patrica Waller und einige Beispiele mehr oder minder gelungenen Fast-Food-Designs. Doch bei aller Freude am fettigen Detail - was ist mit den Dramen vom Grill? Gerne würde man mehr über Sozialstruktur und Mortalität jener Billigesser erfahren, die den schnellen Happen wohl teuer bezahlen. Verdienstvoll immerhin bleibt die Erkenntnis, dass die amtliche Berliner Image-Produktion herzhaft wenig mit dem von Unsicherheit geprägten lokalen Alltag zu tun hat: Auch am Hackeschen Markt feiert die von Jugend zu Juhnke übergehende Szene schließlich nach den Jahren der Dotcom- und Caipiroschka-Räusche das schlichte Schultheiss-Bier als Kultgetränk.