Die Avantgarde-Ikone Yoko Ono hat am Montag in Paris ihre legendäre Performance Cut Piece neu aufgeführt. In den Sechzigern war die Aktion eine kraftvolle Aussage gegen den Krieg: Zuschauer durchlöcherten Yoko Onos Kleidung, bis sie nackt auf der Bühne stand. Auch in Paris gingen nun nacheinander 200 Zuschauer mit Scheren auf sie los und zerschnitten ihr Kleid. Die Künstlerin, Witwe von John Lennon, betrachtet ihre Aktion heute als Kommentar zu den Entwicklungen nach dem 11. September 2001. Doch ihr Spiel mit Offenheit und Verletzbarkeit gewinnt in diesen Tagen, nach dem Mord an Anna Lindh, noch eine verstörende Dimension hinzu - die Wirklichkeit bricht hinein in die Kunst.