die zeit: Professor Rodrik, wenn Sie ein afrikanischer Handelsminister wären, hätten Sie die WTO-Konferenz ebenfalls platzen lassen?

Dani Rodrik: Es war richtig, das zu tun.

zeit: Warum?

Rodrik: Seit der Gründung der WTO im Jahr 1995 haben Amerikaner und Europäer die Entwicklungschancen des Südens immer weiter eingeschränkt. Die Dritte Welt hat nun das klare Signal gesandt, dass das so nicht weitergehen kann.

zeit: Also ist der Norden schuld am Kollaps von Cancún?

Rodrik: USA und EU hätten den Entwicklungsländern mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Dauernd von einer "Entwicklungsrunde" zu reden reicht nicht aus, daraus eine zu machen.

zeit: Das Gründungspapier der WTO definiert eine "nachhaltige Entwicklung" als ein Hauptziel der Organisation. Ist auch das nur Gerede?