Man kann Olaf Scholz, dem Generalsekretär der SPD, vieles vorwerfen. Dass er im Fernsehen immer ein wenig hölzern wirkt, zum Beispiel. Oder dass er seinem Parteivorsitzenden bisweilen geradezu servil zu Diensten ist. Aber dass er mit der Parteilinken nicht umgehen könne, diesen Vorwurf jedenfalls hat Scholz im zurückliegenden Sommer widerlegt.

Vor langer, langer Zeit, vor vier Monaten probte die SPD-Linke den Aufstand, wollte die Agenda 2010 kippen. Deutschland lernte die Rebellen Sigrid Skarpelis-Sperk und Florian Pronold kennen und hielt den Atem an.

Olaf Scholz setzte eine Arbeitsgruppe ein. "Perspektiven" für eine helle Zukunft sollte sie erarbeiten. Das reichte, um die Agenda 2010 durch den Sonderparteitag zu bekommen.

Als die Arbeitsgruppe dann zu tagen begann, berief Scholz fünf Unterarbeitsgruppen. Alle Linken durften mitmachen und Papiere einreichen.

Die Regie aber behielten die jeweils zuständigen Minister.

Nun ist der Leitantrag für den Parteitag im November fast fertig. Ganz viel ist darin Rede von Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Innovation. "Lange Linien" werden da gemalt und "Weichenstellungen" vollzogen. Was den Linken lieb ist, wurde als "anzustrebend" erwähnt. Und die Bürgerversicherung hat Scholz so umgedeutet, dass bloß noch eine Art Risikostrukturausgleich zwischen privaten und gesetzlichen Kassen herauskommt.

Die "Linken" in der Arbeitsgruppe mosern noch. Scholz weiß Trost: Im nächsten Jahr soll das Grundsatzprogramm überarbeitet werden. Eine Redaktionsgruppe arbeitet schon.