Die C18-Publikationen, die Totenkopf-Magazin heißen oder Stormer, sind zusammenkopierte Blättchen im Schülerzeitungsformat. Da wird die Showmasterin Bärbel Schäfer wegen ihrer Beziehung zu Michel Friedman als "Paradebeispiel für Rassenschande" beschimpft. Man erzählt aus dem Leben eines SS-Führers, als sei das die gute alte Zeit gewesen. Es gibt Tipps für das Ausspähen von linken Antifa-Aktivisten. Ein Propagandabild im Stürmer- Stil zeigt das brennende World Trade Center und die Zeile "Der Jude – Kriegsanstifter".

Ausführlich wird die Strategie erklärt: "Combat 18 arbeitet nach der Methode des führungslosen Widerstandes, das bedeutet, dass die einzelnen Zellen sich nicht kennen und unabhängig voneinander arbeiten und keiner zentralen Führungsstelle Bericht erstatten." Eine solche Struktur ist für die Sicherheitsbehörden erheblich schwieriger zu verfolgen als die RAF der siebziger Jahre. Eine Rasterfahndung hilft wenig gegen braune Terroristen.

Vorbild von Combat 18 sind die baskische Eta und die irische IRA – beide Terrororganisationen sind in den Augen der Neonazis auch nationale Befreiungsbewegungen. Nach dem Beispiel der IRA-Kampfanleitung, dem Grünen Buch, gibt es bei Combat 18 ein Weißes Buch. "In Kürze", so heißt es im Totenkopf-Magazin, "erscheint dieses Handbuch auch in deutscher Sprache unter dem Titel ,Der politische Soldat‘".

Martin Wiese, der Hauptverdächtige von München, soll auf der Internet-Seite von Combat 18 als Kontaktmann für Deutschland genannt worden sein, heißt es in Antifa-Kreisen. Im Moment findet sich dort unter dem Link German C18 bloß ein "Aktionsrapport" zu einem Überfall auf den jüdischen Friedhof in Neustadt/Holstein. Daneben Fotos des örtlichen Bürgermeisters, des Staatsanwaltes und des Landrats, darüber die Zeile: "Wer dem Juden dient, ist Feind." Ein "Rapport" vom Anschlag auf eine Synagoge oder auf Politiker wie den bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget, wie sie die Gruppe um Wiese geplant haben soll, hätte gut auf die Homepage gepasst.