Ökonomen sind anders als andere Menschen. Das ist kein dummes Klischee, sondern das Ergebnis kluger Studien. Demnach neigen Wirtschaftswissenschaftler stärker als andere Leute dazu, das freie Spiel von Angebot und Nachfrage nicht nur als effizient, sondern auch als gerecht zu empfinden. Nur, tendieren Ökonomen von Geburt an zu diesem Denken, oder hat sie erst ihr Studium zu dem gemacht, was sie sind? Eine Untersuchung der Deutschen Bank hat jetzt versucht, diese Frage zu beantworten. Dabei mussten rund 500 Hamburger Studenten verschiedener Fächer und Herkunft das Verhalten eines Wasserverkäufers beurteilen, der nur über 100 Flaschen verfügt, aber von 200 durstigen Wanderern bestürmt wird. Ist es fair, den Preis von zwei auf vier Euro pro Flasche zu erhöhen? Dies bejahten fortgeschrittene Ökonomie-Studenten häufiger als Erstsemester - woraus sich schließen lässt, dass das Wirtschaftsstudium durchaus Einfluss auf das Denken hat. Da allerdings die Neu-Ökonomen das Marktergebnis auch häufiger als gerecht empfanden als ihre Kommilitonen aus anderen Fächern, liege es nahe, "dass sowohl Persönlichkeits- als auch Erziehungseffekten dafür sorgen, dass sich Ökonomen von anderen Menschen unterscheiden", so die Studie der Deutschen Bank.