Oskar Lafontaine soll einer von gestern sein? Von wegen, was hat der Mann für Pläne. Im August unterhielt er Tagungsgäste im Süddeutschen mit dunklen Andeutungen über eine geplante Partei-Neugründung. Nach der Bayernwahl werde man von ihm hören. Mit Gregor Gysi sei er darüber intensiv im Gespräch. Alles nur Spaß? Gegenwärtig scheint sich der agile Pensionär mal wieder zur Rettung der guten alten Sozialdemokratie entschlossen zu haben. Den saarländischen SPD-Chef Heiko Maas schockte er jüngst mit der Talkshow-Bemerkung, er schließe nicht aus, an seiner Stelle als Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf zu ziehen.

Aber diese Idee ist ja fast schon ein Ladenhüter. Richtig originell dagegen der Einfall, den Oskar soeben in der Welt am Sonntag enthüllte. Die PDS sei jetzt "eine sozialdemokratische Partei" und reif zur Fusion mit der SPD. Die habe er, verriet der große Stratege nebenbei, "schon Anfang der 90er Jahre ins Auge gefasst". Dumm nur, dass dies nicht einmal die verbliebenen Postkommunisten amüsiert. Eine Zwangsvereinigung in umgekehrter Richtung und wieder unter das Kommando eines harthörigen Saarländers? Nein, danke. "Lieber kernrot als schlüpferrosa", schnappte PDS-Chef Lothar Bisky frivol zurück.

Eine Sozi-Einheitspartei mit Regionalappeal wie die CSU könne im Osten entstehen, träumt Oskar. Und er an der Spitze als Neufünfland-Edi? Eher scheint ihm ein anderes bayerisches Politikerschicksal vorgezeichnet: als linker Saar-Gauweiler mit eingebauter Querschuss-Garantie.