Es gibt viele handfeste Gründe, sich nicht den Risiken einer Reise auszusetzen: die Kosten, die viele nur auf Kredit finanzieren können, die Gefahr, dass man terroristischen Anschlägen oder kriminellen Attacken zum Opfer fällt, die Unannehmlichkeiten, die Waldbrände, Überschwemmungen, Stürme, Dürren und andere Naturkatastrophen im Urlaub mit sich bringen, die exotischen Krankheiten, die man sich einhandeln kann.

Wem das noch nicht Abschreckung genug ist: Ein Tourist zerstört, wonach er sucht. Er hofft auf das stille, liebliche, verschwiegene Tal, aber er bekommt Bettenburgen, Vergnügungsparks, Wurstbuden, Seilbahnen und so weiter. Ein Tourist braucht schon für die An- und Abreise gewaltige Mengen Energie, Flughäfen und Autobahnen. Ein Tourist bekommt in der Fremde selten das zu sehen, was er zu Hause aus Büchern und Videocassetten in Perfektion geboten bekommt: Landschaften, Städte, Kulturdenkmäler ohne den Rummel der Mittouristen, wilde Tiere in ihrem natürlichen Habitat.

Warum also bekommen wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir nicht mit exotischen Urlaubsergebnissen angeben können? Es ist an der Zeit, mit Andreas Laudert zu fordern: Reisen kann jeder, der Trend geht zum Daheimbleiben!

Jürgen Törber Essen

Herzlichen Dank an Andreas Laudert für seine Bekenntnisse eines Nichtreisenden, die ich Zeile für Zeile nur bestätigen kann. Auch ich bleibe leidenschaftlich gern zu Hause, wobei ich mich mit dieser - in der heutigen Zeit seltsam anmutenden - Neigung immer ganz still verhalten habe. Jetzt weiß ich, dass es eine verwandte Seele gibt, wenn auch im unendlich weit entfernten Hamburg.

Angela Wittmann München