Spaßgesellschaft ist vermutlich der falsche Begriff für die Bewohner von Nordkorea. Sie feiern keine Oktoberfeste, sie treffen sich nicht in Straßencafés, und sie fliegen nicht dauernd irgendwohin. Aber gerade dies freudlose Leben im Staatsgefängnis hat - man ahnt es schon - auch seinen Vorteil. Die Nordkoreaner sind die letzten Bürger auf Erden, die sich Sorgen um einen Terrorangriff machen müssen. Das Londoner World Market Research Centre setzt den stalinistischen Steinzeitstaat ganz ans Ende seines jüngst veröffentlichten globalen Terrorismus-Risiko-Index. Im Reich des "Geliebten Führers" Kim Jong Il sind die Bürger so sicher wie in Polyphems Schoß. Denn Kim lässt anderen Gewaltverbrechern einfach keine Chance. "Die repressive staatliche Kontrolle macht es Terroristen schlechthin unmöglich, in dem Land zu operieren", schreiben die Autoren der Studie kurz, knapp und britisch trocken.

Extrem gefährlich lebt es sich hingegen in den Top drei der Liste: Kolumbien, Israel und Pakistan. Die Vereinigten Staaten rangieren auf Platz vier, Deutschland an der 41. von insgesamt 186 Stellen. Die Forscher untersuchten die Opferzahlen, die Verbreitung, Motivation und Schlagkraft von Terrorgruppen und beurteilten ebenso die Qualität der nationalen Polizeiarbeit. Fazit für Deutschland: "Die Sicherheitsbehörden zählen zu den effizientesten der Welt." An die Schergen des kleinen Nordkoreaners mit der großen Sonnenbrille reichen sie aber nicht heran. Da weiß man doch wieder, was wir an unserer lückenhaften, freiheitlichdemokratischen Grundordnung haben: No risk, no fun.