Terror auf Sendung.

Ist al-Dschasira doch ein Terrorsender? Taisir Aluni, der Star-Reporter des arabischen Senders, den die ZEIT im April porträtiert hatte (Nr. 16/03), wurde jetzt in Spanien verhaftet. Der Vorwurf: Er sei Mitglied der Terrororganisation al-Qaida. Aluni, Vater zweier Söhne namens Usama und Hamsa (so heißt ein berüchtigter Al-Qaida-Vordenker) bestreitet alle Vorwürfe. Zu Osama bin Ladens Terrortruppe habe er lediglich professionelle Kontakte unterhalten. Und bei dem Geld, das er nach Afghanistan transportierte - für al-Qaida, nehmen die spanischen Ermittler an -, handele es sich um kleine Summen für humanitäre Zwecke, Freundschaftsdienste unter Arabern. Der Fall Aluni nährt zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Senders al-Dschasira. Erst Anfang Mai trat der langjährige Intendant Mohammed Jassem Al Ali zurück, nachdem er beschuldigt worden war, ein Spitzel in Diensten Saddam Husseins zu sein.

Ein Orden für Siebeck.

Am 1. Oktober erhält Wolfram Siebeck, Gastro-Kritiker und ZEIT-Kolumnist, aus der Hand des Bundespräsidenten den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Für unseren Autor, der am 19. September 75 Jahre alt wird, der Höhepunkt in einer ganzen Reihe von Ehrungen und Respektsbekundungen zum Geburtstag. Sein Name ist längst Programm geworden, und die ZEIT-Redaktion hat das in der Ausgabe von vergangener Woche - zugegebenerweise unfreiwillig - bewiesen: Auf Seite eins war von Wolfgang statt von Wolfram Siebeck die Rede. Offenbar das Schicksal bedeutender Männer: Wer weiß denn noch, wie die Herren Knigge und Duden mit Vornamen hießen?