E in Picknick auf einer Wiese am Ammersee, mit Glasnudelsalat, Mangofleischstangen und Tamarindensnacks. Drei Freundinnen, die vor einiger Zeit Thailand verlassen und bayerische Männer geheiratet haben, erzählen von ihren Begegnungen mit einer fremden Kultur:

Phatchara Meier , 32 Jahre, kam vor drei Jahren nach Helmstetten und arbeitet als Zimmermädchen.

Konekanok Rau , 35, Hausfrau und Dolmetscherin, lebt seit acht Jahren in Mammendorf.

Nuttakarn Tripech , 48, wohnt seit 14 Jahren in Unterschleißheim und kocht für ein Münchner Hotel.

Sie kamen aus einem thailändischen Dorf in ein bayerisches Dorf. War das ein Kulturschock?

Rau : Zuerst fand ich es großartig. Ich kam vom Flughafen, müde und hungrig, mit Olivers Nissan fuhren wir hinein ins Dorf. Und dann standen da alle Nachbarn, sie winkten und guckten und reckten die Hälse. Ich kam mir vor wie ein Filmstar, habe gelächelt, Hände geschüttelt und "Hello, I’m Konekanok!" gerufen. Der Schock kam am nächsten Morgen. Ich wachte auf, im Gästezimmer der Raus, meine Schwiegermutter saß an der Bettkante und reichte mir Tee und eine Marmeladensemmel. Ich biss hinein und dachte: Widerlich! Süßes Essen am Morgen! Bei uns frühstückt man Suppe oder Fisch oder gebratenen Reis mit Garnelen.

Tripech : Mein erster Bayernschock war ein Stück Bergkäse. Ich war erst zwei Tage in München, da lud mich eine Freundin zum Frühstück in ihre deutsche Familie ein. Ich setze mich an den Esstisch und denke: Hier riecht es aber streng. Dann sehe ich, wie der Mann meiner Freundin sich stinkende blasse Lappen auf die Semmel legt. Wie unappetitlich, habe ich gedacht, wie kann man das essen?