Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung Olaf (Office Européen de Lutte Antifraude) wurde 1999 geschaffen und beerbte das wenig wirksame Referat Uclaf der Brüsseler EU-Kommission. Inzwischen sollen 350 Beamte die finanziellen Interessen der Gemeinschaft gegen Wirtschaftskriminalität schützen - vom Zigarettenschmuggel über so genannte Mehrwertsteuer-Karussells bis hin zu Gaunereien mit Milchquoten oder EU-Strukturfonds. Der EU-Haushalt, rund hundert Milliarden Euro, ist auf der Ausgabenseite extrem subventionslastig und damit betrugsanfällig. Bei ihrer Arbeit sind die Fahnder auf die nationalen Staatsanwälte angewiesen, ein Recht zur Durchsuchung steht Olaf nur innerhalb der europäischen Institutionen zu.

Generaldirektor von Olaf ist der bayerische Oberstaatsanwalt Franz-Hermann Brüner, der zuvor in Sarajevo beim Aufbau eines demokratischen Justizapparats und bei der Korruptionsbekämpfung half.