Der Beitrag trennt bewusst zwischen dem für Martin Broszat gültigen NSDAP-Aufnahmeverfahren und dem formalen Akt des Vollzuges der Aufnahme, das heißt der persönlichen Aushändigung der Mitgliedskarte. Es ist unwahrscheinlich, dass ein "unter Quotendruck" stehender "HJ-Oberer" den Antrag für Martin Broszat unterschrieben hat: Sachsen war nicht nur im Mai 1943 mit 518 255 Volksgenossen in 1504 Ortsgruppen beziehungsweise 27 Kreisen der mitgliederreichste NSDAP-Gau. Das Personal der NSDAP-Mitgliederkartei hat allein für diesen Gau von März bis August 1944 insgesamt annähernd 60 Laufschreiben mit durchschnittlich bis zu 500 Aufnahmeanträgen im Rahmen der Anordnung 1/44 vom 7. 1. 1944 abschließend bearbeitet. Die Nummer 10.174.000 ist nachweislich die höchste und letzte vergebene Mitgliedsnummer der NSDAP, folglich wurden nach Martin Broszat noch für 179 904 Personen NSDAP-Mitgliederkarteikarten und Mitgliedskarten ausgestellt. Das letzte im Bundesarchiv überlieferte Laufschreiben der Gauleitung Sachsen beispielsweise ist datiert vom 29. Januar 1945. Im Rahmen der Anordnung 20/43 vom 4. 6. 1943 wurden zum 1. 2. 1945 unter anderem auch noch vier Kriegsversehrte aus Leipzig in die NSDAP aufgenommen.

Babette Heusterberg Berlin