Chef zu werden ist nicht leicht. Chef zu sein erst recht nicht: Man muss Mitarbeiter motivieren, Kündigungen aussprechen, das Unternehmen repräsentieren, Hunderte von Entscheidungen treffen - und ganz nebenbei soll man auch noch Visionen entwickeln, wohin das Unternehmen steuern sollte. Boss zu sein ist eine Kunst. Nach Ansicht von Jeffrey J. Fox jedoch eine, die man lernen kann: Mit dem Ratgeber Die Kunst, ein guter Chef zu sein möchte der Amerikaner Vorgesetzte in brillante Bosse verwandeln. Um den Leser zu einem Superboss zu machen, gibt Fox ihm 50 einzelne Verhaltensregeln an die Hand.

Einige davon sind reichlich banal - so etwa die Ratschläge: "Man muss nicht unbedingt den harten Mann spielen", "Stellen Sie nur erstklassige Bewerber ein" und "Der wirkliche Chef ist der Kunde". Dazwischen finden sich jedoch auch etliche brauchbare Regeln. Immer wieder bietet der Autor unkonventionelle Lösungen an: So rät er, mit jedem Mitarbeiter so genannte Konfrontations-Vereinbarungen zu treffen - Absprachen darüber, wie Konflikte gehandhabt werden. Und auch gegenüber Angestellten, die alle Entscheidungen auf ihren Boss abwälzen wollen, weiß Fox Rat. "Was würden Sie tun, wenn ich tot wäre?", empfiehlt er dem Vorgesetzten als Entgegnung. Die Kunst, ein toller Chef zu sein beschreibt einen Boss, der seine Mitarbeiter zu selbstständiger Arbeit erzieht, zuhört und durch sein Verhalten als Vorbild wirkt. Einen Menschen, der auf schwache Leistungen eines Beschäftigten nicht gleich mit Kündigung reagiert, sondern systematisch nach den Ursachen forscht. Insgesamt gibt die Lektüre viele gute Gedankenanstöße. Wünschenswert wäre lediglich ein Kapitel über die speziellen Probleme gewesen, mit denen Chefinnen konfrontiert werden. Denn Chefin zu sein ist schließlich eine Kunst für sich.

Jeffrey J. Fox: Die Kunst, ein toller Chef zu sein

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Carsten Roth - Verlag Moderne Industrie, München 2003 - 192 S., 15,90 e