Achtung, wichtige Nachricht: Diese Glosse erscheint heute in dieser Form zum letzten Mal. Aus aktuellem Anlass wird sie ersetzt durch die Glosse Zum Teufel. Unter dieser Überschrift lässt sich besser vom deutschen Treiben handeln, vom modernen Deutscheln an sich. Hier eine Vorschau auf die kommenden Themen: Zum Teufel mit dem Anstand! In der ersten Folge halten wir Rückschau auf die anhaltende Entschlossenheit des Altkanzlers Kohl, sein persönliches Geheimhaltungsinteresse in Stasi-Fragen zulasten der öffentlichen Hand über das nationale Aufklärungsinteresse zu stellen, mit einem kleinen Seitenblick auf Günter Wallraffs Abwehrbedarf gegen vielleicht doch ein klitzewenig begründete Rosenholz-Anschuldigungen. Es geht auf keinen Fall darum, dass das Gemeinwesen aufgeklärt und gebildet werde. Es geht darum, sich nicht dumm kommen zu lassen. In der zweiten Folge dann ein Blick auf Ackermann, Zwickel, Funk und Esser und ihre Entschlossenheit, internationale Vergleichsmaßstäbe für Abfindungen über das Gesetz zu stellen. Arm und blass steht Florida-Rolf nun da, in Erwartung der vollen Härte neuer Gesetze, extra für ihn. Richtig so! Wir brauchen keine Sozialschmarotzer! Wir brauchen mehr ehrliche Straßenräuber. Zum Teufel dann mit der Gewaltenteilung! Machtvoll wollen wir hier Angela Merkel loben, die dem armen, unter besonders verschärfter Unschuldsvermutung stehenden Ackermann beisprang mit den Worten: "Der Strafprozess ist ein Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland." Niemand darf unseren lahmen Wirtschaftsstandort schlagen. Was ist das Grundgesetz schon gegen seine Unversehrtheit? Nieder mit der Unabhängigkeit der Justiz! Freiheit für Ackermann! Schließlich: Zum Teufel mit der Demokratie! Wir loben hier den Leitartikler einer großen Frankfurter Zeitung für seine Verherrlichung der Zweidrittel-Mehrheits-CSU als Verkörperung der "fruchtbaren Außerkraftsetzung jeder politischen Dialektik, der gelungenen Übereinstimmung aller Gegensätze". Ja, der Schoß ist fruchtbar noch; Pluralismus muss nicht sein. Was zu bestoibern war. Es wird dies aber eine Glosse sein, in der die ganze Nation zusammenfindet. Wir wollen Mut machen. Wir möchten, dass die Staats- und Verfassungsfeinde hier genauso schön (und auch stolz) über ihre neuesten Schnurren schmunzeln können wie die schicken Regierungsschwänzer von SPD AG und Grünen. Ist das nicht das Letzte? Zum Teufel, der Glossenname kann bleiben. Finis

Das Letzte