"Ich habe die Autobiographie von Ignatius von Loyola gelesen. Verglichen mit ihm ist jeder Eroberer willensschwach."

Aus E. M. Ciorans "Cahiers 1957–1972",

zitiert von Ignaz Kirchner, der eigentlich Hans-Peter Kirchner heißt

die zeit: Herr Kirchner, welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit bewahrt?

Ignaz Kirchner: Ich habe sehr früh schon viel gespielt. Ich musste im wahrsten Sinne des Wortes spielen, weil ich ein sehr strenges Elternhaus hatte. Meine Eltern haben mich einerseits überwacht und andererseits verwahrlost. Ich habe, ohne zu zögern, Geld gestohlen und bin heimlich ins Kino gegangen. Ich konnte mit keinem Menschen über die Filme sprechen. Ich habe die Filme nachgespielt, bin durch Wuppertal gezogen und kam mir wie ein Cowboy vor. Ich bin mit fünfeinhalb Jahren zum ersten Mal ins Wuppertaler Theater gegangen und habe Peterchens Mondfahrt gesehen. Danach beschloss ich, Schauspieler zu werden.

zeit: Wie alt waren Ihre Eltern, als Sie am 13. Juli 1946 auf die Welt kamen?