Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat der Bundesregierung bescheinigt, dass sie mit ihrer Klimapolitik auf eine grandiose Blamage zusteuert. "Deutschland wird sein nationales Ziel, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um ein Viertel gegenüber 1990 zu senken, nicht mehr erreichen können", heißt es in einer aktuellen Analyse des DIW.

Anstatt sich zu beschleunigen, sei das Tempo der Emissionsminderung schon in den vergangenen Jahren "erheblich schwächer geworden". Bisher ist der CO2-Ausstoß um 16 Prozent gesunken.

Zwar trifft Umweltminister Jürgen Trittin weniger Schuld an dem Debakel als manchen seiner Kabinettskollegen. Dennoch wird ausgerechnet der Grüne seiner Klientel eingestehen müssen, dass Rot-Grün nicht schaffte, was Helmut Kohl einst versprochen hatte. Unter dem Jubel der internationalen Klimaschutzgemeinde hatte der Altkanzler 1995 in Berlin das ambitionierte Klimaschutzziel verkündet. Allerdings erschien es seinerzeit nur deshalb realistisch, weil mit dem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft ein immenser Emissionsrückgang verbunden war. Schon beim Regierungswechsel 1998 zeichnete sich ab, dass es schwierig werden würde. Dennoch machten sich Schröder & Co die Kohlsche Zielsetzung zu Eigen - allerdings ohne anschließend genug dafür zu tun.

Die Kollegen in den meisten anderen Industrieländern waren allerdings noch weniger erfolgreich. Statt zu sinken, stiegen in den OECD-Ländern die CO2-Emissionen um fast 13 Prozent an. Weltweit belief sich der Anstieg sogar auf 19 Prozent.