Wolf Wondratschek war immer ein Gegen-Zeit-Geist; auf eine Automarke, auf die sich nun eine schreibende Generation kokett tauft, hätte man ihn schwerlich festlegen können.

Der schöne Sammelband seiner Gedichte Orpheus in der Sonne, kürzlich erschienen, führt das noch einmal vor, diesen störrischen Gestus eines Autors, der nicht im jeweils modischen Gleichschritt marschiert; etwa in dem berühmt gewordenen großen Carmen- Gedicht von 1986, das den todessüchtigen Tanz verteidigt gegen die allfälligen Gebote der Emanzipation:

Was wollen sie?

Dich über das Wesen der Männer aufklären?

Über Maßnahmen, sich dem Löwenhaupt ihrer Schwänze

zu erwehren? Und den Flamenco?

Sollst du ihn tanzen wie eine Predigt des Verzichts?