In der Tat: Anders als in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren gibt es kaum noch substanzielle Debatten um große Reformvorhaben im Recht - es geht vielmehr um Klein-Klein, um parteipolitischen Stellungskrieg. Große Würfe, wie die Frage des Migrationsrechts, scheitern an weltanschaulichem und parteipolitischem Dogmatismus. Bleibt die Hoffnung, dass Klingsts Fanfarenstoß Schlafende weckt.

Die von ihm aufgeführten Themen lassen sich variieren und erweitern: die Wirklichkeit des Strafprozesses, Glanz und Elend des Betreuungsrechts, das Innenleben der Justiz, ihre Entwicklung weg von exekutiv gesteuerten und hierarchischen Strukturen hin zur Eigenverantwortung und Neuordnung des Verhältnisses zu Exekutive und Parlament - schließlich die Rechts- und Realverhältnisse der Staatsanwaltschaften.

Hans-Ernst Böttcher Präsident des Landgerichts Lübeck