In der so genannten Richtigstellung wird behauptet, es gebe "keinen Beweis dafür, dass IM Giese andere ins Gefängnis brachte". Diese Aussage ist falsch. Kronzeuge dafür ist Herr Giese selbst, der in dem eigens zur Aufklärung seiner 17-jährigen Stasi-Aktivitäten produzierten Rias-Hörspiel über seine Agenten- und Spitzeltätigkeiten berichtet. Er berichtet unter anderem von den "toten Briefkästen", die er mit Informationen über meine Vorhaben zur Fluchthilfe bestückte. Herr Giese hatte mich damals gebeten, seine in Potsdam lebende Frau nach West-Berlin zu schleusen. Zwei Wochen später wurde ich von der Stasi verhaftet und im Anschluss zu 26 Monaten Gefängnis verurteilt. In dem Hörspiel Der Preis gibt Herr Giese an, ich sei aufgrund meines Verzichts auf Bezahlung meiner Fluchthilfeaktivitäten "besonders verdächtig" gewesen.

Das Hörspiel-Interview Der Preis war somit für mich als öffentliches Schuldanerkenntnis des Herrn Giese ausreichend. Ich sah daher keinen Grund, die mir einige Zeit später überlassenen Stasi-Akten publik zu machen. Aus diesen geht eindeutig die Verantwortlichkeit des Herrn Giese für meine Inhaftierung hervor.

Herr Giese hat die Möglichkeit, seine "Unschuld" zu beweisen. Er möge nur lückenlos seine Stasi-Akte der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Prof. Carl-August von Halle Berlin