Washington

Vorhang auf für die "Condi-und-Rummy-Show", das amtliche Beziehungsdrama von Washington. Hören wir zunächst "Rummy", bürgerlich Donald Rumsfeld, den Verteidigungsminister, am Sonntag befragt von einem Reporter zur "Situation mit Condi", bürgerlich Condoleezza Rice, der Sicherheitsberaterin: "Wir sprechen uns doch ständig ab. Jeden Morgen um Viertel nach sieben telefonieren der Colin und die Condi und ich miteinander. Was die Presse über uns berichtet, überrascht mich wirklich, und wahrscheinlich auch die Condi und den Colin." (Der "Colin", der hier eine Nebenrolle besetzt, ist Außenminister des Landes - Powell sein Nachname.)

Wenn die Amtszeit des gegenwärtigen Präsidenten einmal zu Ende geht, wird sich niemand über einen Mangel an großem Regierungstheater beschweren können.

Was "Rummy" und "Colin", "Dick" und "Condi" samt einiger Komparsen dem Weltpublikum bieten, all die Intrigen und Tragödien, das könnte schöner und saftiger kein Drehbuchautor erfinden. So etwas gelingt in dieser Pracht allein der Realität.

Wie es sich ziemt, hakt der Fernsehreporter beim Verteidigungsminister nach.

Will mehr wissen über die neue Aufgabe von "Condi" als Koordinatorin der Irak-Politik und über die Entmachtung von "Rummy", der bislang zuständig war.

Wenn ihn also die Zukunft des Irak nicht mehr belaste, ob das nicht seinen Tagesablauf verändere? "Nein, kann ich mir nicht vorstellen", sagt "Rummy" treuherzig. "Wenn Condi das jetzt macht, ist doch alles prima."