die zeit: Sie haben in Ihrer Dissertation eine neue Trendgruppe untersucht, die so genannten Dual-Career Couples, kurz DCC. 15 bis 20 Prozent der Paare in Deutschland zählen dazu. Was zeichnet die aus?

Jürgen Schulte: Beide Partner streben eine eigenständige Karriere an oder realisieren sie gerade. Ich unterscheide drei Gruppen von Dual-Career Couples: die modernisiert-traditionellen Paare, die gleichberechtigten und die fragmentierten.

zeit: Und welcher Paartyp hat die besten Chancen, Karriere, Partnerschaft und Familie unter einen Hut zu bringen?

Schulte: Das geht eigentlich nur als gleichberechtigtes Paar – wenn beide bereit sind, im Beruf auch mal Rückschritte in Kauf zu nehmen oder ein Angebot auszuschlagen. Der Traum von der maximal möglichen Karriere für beide gleicht der Quadratur des Kreises; das geht nicht.

zeit: Was kennzeichnet die anderen beiden Paartypen?

Schulte: Den fragmentierten Paaren geht Karriere über alles. Das sind oft Partner mit sehr egoistischen Neigungen. Für beruflichen Erfolg nehmen sie in Kauf, dass die Beziehung leidet oder gar kaputtgeht.

zeit: Und wie steht es um das modernisiert-traditionelle Paar?