DIE ZEIT: Üblicherweise sind mit jedem neuen Job sechs Probemonate verbunden. Was ist in dieser Zeit arbeitsrechtlich anders?

Maren Lehky: Der Arbeitgeber darf ohne Begründung kündigen, und der Arbeitnehmer kann sich sein Recht auf den Arbeitsplatz nicht erklagen; die Kündigungsfristen sind kürzer.

ZEIT: Wie oft kommt es vor, dass der Arbeitnehmer in oder nach der Probezeit kündigt?

Lehky: Vielleicht in einem von hundert Fällen.

ZEIT: Weil alle so glücklich sind mit ihrer Arbeit? Oder weil sie Angst haben, in diesen schweren Zeiten nichts anderes zu bekommen?

Lehky: Das war in den 17 Jahren, in denen ich im Geschäft bin, nie anders. Die Arbeitnehmer gehen wohl davon aus, dass es nirgends perfekt ist. Weil der Lebenslauf nicht darunter leiden soll, bleiben sie dann mindestens zwei Jahre.

ZEIT: Also verfügen die Arbeitnehmer über eine hohe Leidensfähigkeit?