Wenn Sie liberal denken, dann haben sie jetzt einen Faschisten zum politischen Freund. Naja Faschist, das war er mal, der Gianfranco Fini, und jetzt ist er es nicht mehr. Sagt er und fährt nach Auschwitz, ins italienische Konzentrationslager San Saba, pflegt Kontakte mit der jüdischen Gemeinde. Alles, damit man ihm seine Loslösung von der Vergangenheit abnimmt.

Nun hat er sogar das Wahlrecht für Ausländer auf kommunaler Ebene gefordert.

Fini hat seine Partner über die linksliberale Spur überholt, den Rabauken Umberto Bossi und den Chef Silvio Berlusconi.

Berlusconi hat vor ein paar Wochen wohlwollend über Mussolini gesagt, dass er "keinen Menschen getötet, sondern nur in den Urlaub geschickt hat". Hätte das Fini womöglich tief in seinem Inneren gefallen können? Fini konnte mit solcherlei Sätzen nichts anfangen, er ist ja ein waschechter Exfaschist.

Aber warum bloß das Wahlrecht für Ausländer? Geht das nicht zu weit? Nicht für Fini.

Er hat den Skandal provoziert, weil er zwischen Bossi und Berlusconi unsichtbar geworden war. Ein netter, aber harmloser Politiker. Fini suchte einen Ausweg. Er sah, dass mehr und mehr liberalkonservative, pragmatische Italiener von den Praktiken der Regierung Berlusconi abgestoßen sind. Da wollte er das Feld beackern, so wie er vor einem Jahr das sehr rechte, sehr dumpfe Wahlvolk bearbeitet hatte. Damals unterschrieb er gemeinsam mit Bossi ein extrem hartes Ausländergesetz. Auf dem Weg zur Macht wird bei Fini alles sehr schnell ex.