Mein Eindruck - nach langer Beschäftigung mit diesem Thema - ist, dass der eigentliche Skandal im Bereich der so genannten Hormonersatztherapie von vielen noch nicht ganz erkannt worden ist: Millionen von Frauen sind auf dem Boden einer plausiblen, aber wissenschaftlich nicht belegten Theorie einem hoch riskanten Feldversuch ausgesetzt worden. Generationen von Ärztinnen und Ärzten haben diese hoch attraktive Theorie akzeptiert und propagiert. Viele Jahrgänge von Frauen wurden sukzessive daran gewöhnt, eine neue Normalität von Dauerbehandlung zu akzeptieren.

Im Kern wurde hier - in dieser Breite erstmals - eine radikale Präventionsstrategie verkündet und vermarktet, welche (tragischerweise) darauf verzichtet hat, die erforderlichen Sicherheitsstandards zu entwickeln.

Sämtliche Abwehrargumente der HET-Befürworter sind nun inzwischen widerlegt, bis hin zu dem makabren Argument, induzierte Brusttumoren verliefen günstiger als "spontan" enstandene. Wenn denn eines aus diesem Drama gelernt werden müsste, dann dieses: Nur kontrollierte Vergleiche können in der Forschung die erforderliche Sicherheit bieten, nicht die immer noch beliebten Beobachtungsstudien.

Prof. Norbert Schmacke Bremen

Werner Bartens nennt zur Darstellung des Risikos absolute Zahlen. Mir fiele es leichter, die Gefährdung einer Hormontherapie abzuschätzen, wenn er sie in Relation zu anderen Gefahren wie Autofahren und Rauchen darstellte.

Bernd Lange, Mainz

Sicher, solange ich nicht zu den betroffenen Frauen gehörte, die massiv unter Wechseljahrsbeschwerden litten, da war ich auch davon überzeugt, dass dies nur eine natürliche Lebenphase sei, die in unserer westlichen Gesellschaft pathologisiert würde. Und so ein paar Hitzewallungen, pah, die würde ich ja wohl überstehen. Da würde mir endlich mal immer schön warm sein, wo ich doch so leicht friere. Aber dann bekam ich Hitzewallungen, dass mir Hören und Sehen verging. Fünfzig am Tag war gar nichts.