Die Zukunft. Noch immer lernen angehende Volkswirte an deutschen Unis, dass Wirtschaftskrisen selten länger als ein Jahr dauern. Danach sorgten die Selbstheilungskräfte des Marktes für den Aufschwung. In ähnlichem Glauben hat die Bundesregierung im Januar 2002 für das Jahr 2003 noch ein Wachstum von 2,8 Prozent vorhergesagt. Jetzt geht sie davon aus, dass die Wirtschaft weiter stagniert, der Aufschwung ist auf 2004 verschoben. Doch damit er tatsächlich einsetzt, muss irgendjemand anfangen, seine Ausgaben zu erhöhen. Wenn das aber weder die Unternehmen tun noch ihre Kunden im In- und Ausland, bliebe als letzte Rettung nur noch jemand, der sich zurzeit geringer Beliebtheit erfreut: der Staat. "Wie in Amerika müssten auch die Regierungen in Euroland mehr Geld ausgeben und für neue Nachfrage sorgen", sagt David Mackie, Euroland-Chefvolkswirt der Investmentbank JP Morgan. "Sonst wird es keinen Aufschwung geben."

Mitarbeit: Gunhild Lütge