Eine Art Privatfrieden wurde dieser Tage zwischen einigen Israelis und Palästinensern besiegelt. Keiner hat die Vertreter offiziell entsandt - auch ist nicht klar, wen sie - außer sich selber - vertreten. Darüber hinaus zirkulieren unterschiedliche Informationen über den Inhalt. Auf jeden Fall aber hat das "Genfer Abkommen", das am 4. November - dem Todestag des ermordeten Premiers Jitzhak Rabin - medienträchtig unterzeichnet werden soll, die Gemüter derart erhitzt, dass es sich genauer hinzuschauen lohnt.

Hinter der Initiative stecken prominente Mitglieder der israelischen Opposition, die ihrer Regierung zeigen wollen, dass es doch Verhandlungspartner gibt. Unter den Palästinensern wiederum sind Mitglieder der Autonomiebehörde, die nicht ohne Arafats Einverständnis losgezogen wären.

Während der israelische Premier Scharon von Verrat spricht, lobten offizielle Vertreter der Palästinenser das Dokument, ohne freilich auf Einzelheiten einzugehen. Der Grund: In dem Vertrag soll auf das bisher so heilige Rückkehrrecht verzichtet werden. Die etwa vier Millionen palästinensischen Flüchtlinge sollen sich demnach nur in Ländern niederlassen dürfen, die zu ihrer Aufnahme bereit sind. Nach Israel könnten sie also kaum zurückkehren.

Auch wenn vielen moderaten Palästinensern längst klar ist, dass die Rückkehrer nur in einem palästinensischen Staat siedeln können, hat dies niemand offen auszusprechen gewagt. Jetzt ist es so weit.