Diese Allianz hat Zoran ◊ivkoviƒ auszutricksen versucht: Am 16. November soll nach zwei gescheiterten Versuchen nun endlich ein serbisches Staatsoberhaupt gewählt werden. Die meisten Beobachter sind überzeugt, dass die erforderliche Wahlbeteiligung von 50 Prozent auch diesmal nicht erreicht wird. Weil sich weder Labus noch Ko∆tunica erneut blamieren wollen, boykottieren ihre Parteien die Wahl.

Dabei könnte ein ordnungsgemäß gewählter Präsident Serbien wenigstens einen Hauch staatlicher Normalität verleihen. Das wäre hilfreich in einem Land, von dem man nicht einmal genau weiß, wo es anfängt und aufhört. Verlaufen die Staatsgrenzen südlich oder nördlich des Kosovos? Oder gar mitten durch das internationale Protektorat hindurch, entlang einer ethnischen Demarkationslinie? Die jüngsten Wiener Gespräche zwischen Belgrad und Prishtina haben darauf keine Antwort liefern können. Ungewiss ist auch, wie lange Serbien noch ein föderaler Gliedstaat bleibt. Montenegro scheint entschlossen, die von der Europäischen Union im Kampf gegen balkanische Kleinstaaterei eingefädelte Vernunftehe mit Serbien schon im Jahr 2005 wieder zu lösen. Angesichts verschiedener Währungen und Zollsysteme hält diesen Staatenbund so wenig zusammen, dass ihn auch serbische Politiker mittlerweile für reine Zeitverschwendung halten. Die Föderation hat bisher weder eine eigene Hymne noch eine Flagge. Pässe mit dem Aufdruck "Serbien und Montenegro" sind vorsichtshalber gar nicht erst ausgegeben worden.