Der 58-jährige César Alierta würde gerne bis zur Rente Präsident des spanischen Telefonunternehmens Telefónica bleiben, und das erfordert besondere Anstrengung. Denn in Spanien hängen Exstaatsunternehmen wie Telefónica immer noch von Regierungsgnaden ab. Aliertas Vorgänger passte Ministerpräsidenten José Mara Aznar nicht, er ersetzte ihn durch Alierta. Da aber Aznar bei den Wahl 2004 nicht mehr antritt und weder dessen Nachfolger Mariano Rajoy noch der Kandidat der Sozialisten José Luis Rodrøguez Zapatero zu den Freunden Aliertas zählen, muss er versuchen, sich als Chef unersetzlich zu machen.

Ein erster Schritt war die Abschaffung des Verwaltungsratsvorsitzenden, normalerweise der zweite Mann im Unternehmen. Alierta ist nun alleiniger Chef. Zudem zeigt er sich angesichts des voraussichtlichen Wahlsieges der regierenden Volkspartei von seiner konservativsten Seite: Die verlustreiche Tochter Admira wurde abgestoßen, der Internet-Dienstleister Terra dagegen wieder integriert, und der strikte Sparkurs soll fortgesetzt werden. Die Analysten stärken Alierta den Rücken. "Es gibt keine Alternative für ihn", sagt Miguel Jimenez vom Broker Renta 4. Erst recht nicht, nachdem der bei den Analysten geschätzte zweite Mann seinen Hut habe nehmen müssen.