Verhängnisvolle Rettung.

Rund neunzig Prozent der an der atypischen Lungeninfektion Sars Erkrankten haben die Infektion überlebt. Doch nun leiden Dutzende ehemaliger Patienten in Hongkong und auf dem chinesischen Festland an einer schweren Knochendegeneration - offenbar eine Folge der Therapieversuche mit dem Virusblocker Ribavirin und hochdosierten Kortisonpräparaten. Durch die Medikamente kann die Blutversorgung der Knochen so geschädigt werden, dass Knochengewebe abstirbt. Alle Sars-Überlebenden in Hongkong werden jetzt dringend zu Kontrolluntersuchungen gebeten. Das scheint umso mehr geboten zu sein, als die Behörden und Epidemiologen in China fest mit der Rückkehr des Sars-Erregers im Winter rechnen. Dann wollen die Ärzte eine andere Therapie erproben.

Fossil auf der Biofähre.

1926 war zuletzt eine neue Froschart aufgetaucht. Und nun so was, aus Indien: ein Tier, dessen Schnauze uns an Maulwürfe und Schildkröten erinnert, ein aufgedunsener Körper, gestützt auf Stummelbeine. Winzige Äuglein schauen uns an. Willkommen, Nasikabatrachus sahyadrensis, im Katalog der Tiere! Auf die neuen Erdbewohner stießen der indische Biologe S. D. Biju und sein Brüsseler Kollege Franky Bossuyt im gebirgigen Westen des Subkontinents (Nature, Bd.

425, S. 711). Bei näherer Untersuchung entpuppte sich das bizarre Tier als lebendes Fossil, das sich seit den Zeiten der Dinosaurier kaum verändert hat.

Seine nächsten Verwandten, die Grabfrösche der Familie der Sooglossidae, leben auf den Seychellen, 3000 Kilometer südlich von Indien. Die Gene von Nasikabatrachus sahyadrensis verraten außerdem, dass er seine Verwandten auf den Seychellen letztmals vor 130 Millionen Jahren gesehen hat. Damals, Jahrmillionen nach dem Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana, begannen sich die Wege von Afrika, Indien und den Seychellen zu trennen. Der neue Frosch bestätigt die These, dass sich Indien damals wie eine Biofähre isolierte und ohne verbindende Landbrücke nach Afrika gen Norden verabschiedet hat.

Attacke auf Newton.