Jubeln für die Heimatfront.

Schon in den ersten Tagen des Irak-Krieges versuchten sich US-Soldaten in so genannten "Weblogs" als Frontberichterstatter. Kritiker vermuteten hinter den digitalen Tagebüchern von "Lieutenant Smash" & Co. allerdings Propaganda. Nun bedient sich das US-Militär wieder der gewöhnlichen Feldpost. In amerikanischen Medien sind kürzlich Briefe von Dutzenden Soldaten publiziert worden, die freudig ihre Erfolge beim Wiederaufbau des Iraks meldeten.

Tenor: "Die Lebensqualität der Bürger hat sich verbessert, und wir haben eine ganze Menge dazu beigetragen." Allerdings hatten die Briefe, die vor allem von Lokalzeitungen gedruckt wurden, nach einer Recherche der Presseagentur Ganett News Service identischen Wortlaut. Und damit nicht genug: Einige Soldaten bestreiten, je solche Briefe verfasst zu haben. Andere geben an, die Briefe auf Order ihrer Vorgesetzten unterschrieben zu haben. Was sagt der längst heimgekehrte "Lieutenant Smash" in seinem Weblog dazu: "Nichts Ungewöhnliches!" Man müsse sich eben auch um die Stimmung an der "Heimatfront" kümmern.

Turban und Steirerhut.

Auch in Österreich gibt es Zank um das Kopftuch. Dort sollen allerdings nicht kleine Schüler, sondern Buspassagiere vor einem Stück Stoff bewahrt werden.

Ein Wiener Busfahrer kämpft um das Recht, seinen Kopf aus religiösen Gründen bedecken zu dürfen. Kulwant Nara, ein bekennender Sikh, durfte mit seinem Turban zwar zum Militär einrücken, doch nun wird ihm verwehrt, mit dem Tuch einen Bus zu lenken. Die "Bekleidungsvorschriften" würden einer Anstellung entgegenstehen. "Sonst könnten ja auch Steirer mit ihrem Steirerhut fahren", kommentierte ein Sprecher der Stadt. Der Fall könnte bald vom Europäischen Gerichtshof in Luxemburg entschieden werden. Bis Jahresende muss eine EU-Antidiskriminierungs-Richtlinie umgesetzt werden. Wird auch Deutschlands Kopftuchstreit dadurch präjudiziert? Busfahrer und Lehrer sind nicht vergleichbar, sagen die Experten.