Wer hätte nicht schon einmal davon geträumt, seinen Chef loszuwerden. Einfach so. Ohne viel Aufhebens und ganz ohne Blutvergießen. Ein Bremer Taxifahrer hat nun vorgemacht, wie das geht. Der Mann war unterwegs, im Taxi saß sein Arbeitgeber. Kurz entschlossen verständigte der Fahrer per Notruf die Polizei: Hilfe, mein Fahrgast hat mich bedroht! Die Beamten ließen sich nicht lange bitten und verhafteten den Chef vom Fleck weg.

Welch ein glänzender Einfall! Welch ein leuchtendes Beispiel! Nicht auszudenken, wie viele Konflikte sich gewaltfrei lösen ließen, wenn der Fall Schule machte. Friedrich Merz, um nur ein Beispiel zu nennen, brauchte nicht mehr mit seinem Rücktritt zu drohen, wenn er sich wieder einmal über Angela Merkel ärgert. Ein Anruf unter 110 würde ausreichen: Hilfe, meine Vorsitzende hat mich genötigt! Und schon käme die Polizei. Oder die Anhänger von Hertha BSC Berlin nach der nächsten Schlappe ihres Fussballclubs. Statt vergeblich die Entlassung des Trainers zu fordern, ein kurzer Notruf: Hilfe, Huub Stevens hat uns bestohlen! Auch für DB-Kunden öffneten sich bei der nächsten Verspätung ganz neue Perspektiven im Umgang mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

Nur leider endet die Geschichte des Bremer Taxifahrers arg. Der Chef kam frei, der Fahrer wurde entlassen. Ein Arbeitsgericht hat die Kündigung bestätigt. "Wer seinen Chef grundlos festnehmen lässt, muss damit rechnen, fristlos gekündigt zu werden", fasst die Nachrichtenagentur AP den Fall zusammen. Schade eigentlich.