Bei aller Bescheidenheit: Ich bin ein begnadeter Einparker. Keine Parklücke ist mir zu kurz; fünf Zentimeter vorn und hinten genügen. Alles eine Frage von Erfahrung, geometrischem Verständnis und Zehenspitzengefühl! Wenn ich einparke, sind mir anerkennende Worte gewiss, sogar von meinen Kindern. Ich kann voll krass einparken.

Nur nicht den Ford Streetka.

Anhalten, Blinker setzen, Rückwärtsgang einlegen, dann laaangsam nach hinten rollen und genau in dem Moment einschlagen, wenn sich die Rückbank auf der Höhe des Parklückenanfangs befindet. Die Rückbank? Welche Rückbank? Der Streetka hat nur zwei Sitze. Egal! Einschlagen!

Und das Auto steht in der Lücke, wie von irgendeinem Fahranfänger dort abgestellt: schräg.

Neuer Versuch. Wieder nichts.

Machen wir es kurz: Der Designer ist schuld. Der hat die Hinterräder aber auch so was von weit nach hinten gesetzt! Und die Hinterräder sind eben der Dreh- und Angelpunkt beim Einparken.

Steigen wir also aus, und schauen wir uns an, was der Designer sonst noch alles verbockt hat. Und geben wir ruhig zu: fast nichts. Der Streetka ist ein lustiges, hübsches Autochen, das, von der Seite gesehen, allerdings nur durch die Position der Windschutzscheibe zu erkennen gibt, wo vorn und hinten ist. Käme es aus der Zeit, in der die Autorennfahrer mit Vornamen noch Huschke hießen statt Ralf oder Michael, ich wäre mir sicher, dass das bullige Heck voranzufahren hätte.

Danach fallen die neckisch schrägen Scheinwerfer und die ganze Frontpartie auf. Auch das ungeübte Auge sieht förmlich die Konstruktionslinien – so hingefetzte Striche, die weit über die eigentliche Zeichnung des Autos hinausgehen. Jene Striche, mit denen Designer den Banausen im Vorstand zeigen, wofür sie ihr Honorar bekommen. (Und dann machen die Nieten von der Öffentlichkeitsarbeit im Verkaufsprospekt doch wieder "markante Kurven, sinnlich geschwungene Linien" daraus.)