Europa wächst zusammen, doch die deutsche Geschichtsschreibung hinkt um Dekaden hinter dieser Entwicklung hinterher. In diesem Herbst erscheint nun im C. H. Beck Verlag in München das erste Heft einer neuen historischen Zeitschrift, die sich programmatisch zum Ziel setzt, die nationalen Barrieren zu überwinden: das Journal of Modern European History (Erscheinungsweise: zweimal jährlich, Bezugspreis 49,90 e, für Studierende 32,90 e). Die Riege der Herausgeber kann sich sehen lassen: Dietrich Beyrau (Tübingen), Wlodzimierz Borodziej (Warschau), Philippe Burrin (Genf), José Harris (Oxford), Ulrich Herbert (Freiburg), Manfred Hildermeier (Göttingen) Norman M. Naimark (Stanford), Lutz Raphael (Trier), Sanjay Subrahmanyan (Oxford), Edoardo Tortarolo (Turin), Andreas Wirsching (Augsburg). Auffällig, dass (noch) kein bekannter französischer Historiker dabei ist. Die Beiträge werden in drei Sprachen veröffentlicht: Englisch, Französisch, Deutsch. Jedes Heft widmet sich einem Schwerpunktthema - das erste der Frage, welche Rolle die Gewalt in den europäischen Gesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg spielte.

Wie fruchtbar die vergleichende Perspektive ist, wird hier bereits deutlich.

Man wünscht dem neuen Unternehmen, das der fortschreitenden Internationalisierung der Geschichtswissenschaft entschieden Rechnung trägt, viel Erfolg.