Es war eine Reise mit kalkuliertem Risiko. Als die Außenminister Fischer, Straw und de Villepin nach Teheran aufbrachen, hatte Iran schon sein Einlenken im Atomstreit signalisiert. Risikofrei war die Mission dennoch nicht. Ein Scheitern hätte nicht nur die europäische Diplomatie blamiert; ein brandgefährlicher Konflikt wäre weiter eskaliert.

Ein Iran im Besitz der Atombombe ließe weltweit die Hoffnung sterben, die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen sei doch noch zu stoppen. Fürs Erste ist diese Gefahr abgewendet – weil die Europäer den Mullahs mit aller Härte klargemacht haben, dass sie einen atomar bewaffneten Iran nicht dulden würden; dass sie sich darin mit den Amerikaner völlig einig seien; dass, lenke Iran nicht ein, es keinen weiteren politischen Dialog und auch kein Handelsabkommen geben werde.

Und siehe da, Teheran hat alle Forderungen erfüllt: ungehinderte Inspektionen; Unterzeichnung des Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag; Stopp der Urananreicherung. Im Gegenzug versprechen die Europäer Hilfe bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Streut Iran, wie Hardliner in Washington befürchten, der Welt nur Sand in die Augen? Es wäre schlecht beraten. Denn die Europäer sind inzwischen, wenn es gilt, die Ausbreitung von Atomwaffen zu stoppen, auch zum Einsatz militärischer Gewalt als letztem Mittel bereit. Darin unterscheiden sie sich von den Amerikanern nicht mehr. Das erste Mittel aber bleibt die Diplomatie. Keine schlechte Reihenfolge.