Noch weiß niemand, wann es mit der Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen Ernst wird, doch eine der mit der Maut beabsichtigten Reaktionen scheint bereits einzutreten: Der Güterverkehr wechselt von der Straße auf die Schiene. Das Netzwerk Privatbahnen, in dem sich 28 Eisenbahnunternehmen zusammengeschlossen haben, registriert eine stark erhöhte Nachfrage. Da es an der immer noch schwachen Konjunktur nicht liegen kann, muss es an der drohende n Abgabe liegen. "Verlader aus der Industrie und Spediteure steigen bereits auf breiter Front um oder kündigen dies für den Starttermin der Lkw-Maut an", versichert Netzwerk-Sprecher Alexander Heilmann. Besonders gefragt sind Kombiangebote, also die Verladung von Brummis auf die Bahn. TX Logistik AG aus Bad Honnef, der größte private Güterbahnbetreiber, will etwa den Umsatz des vergangenen Jahres (28 Millionen Euro) bis Ende 2003 fast verdoppeln. Dagegen wäre die Deutsche Bahn AG, immer noch der weitaus größte Transporteur von Gütern auf der Schiene, schon mit einem bescheidenen Plus zufrieden. Das erste Halbjahr brachte keinen Zuwachs, der kombinierte Ladungsverkehr war beim Bahnriesen sogar rückläufig.