In Zeiten knapper Kassen wird dem Bürger manch finanzielle Einbuße auferlegt. Überall ist jetzt von Selbstverantwortung und Eigenbeteiligung die Rede. Da kann es doch nur recht und billig sein, wenn die im August befreiten Sahara-Geiseln ein Scherflein von 2301 Euro pro Kopf zur Minderung der Unkosten von insgesamt 20 Millionen Euro beitragen müssen, die ihre Auslösung aus sechsmonatiger Geiselhaft verursacht haben soll.

Wenn man sich einen solch extravaganten Abenteuerurlaub in einem notorischen Krisengebiet leistet, wird man sich wohl auch mit einem Kleckerbetrag an den Aufwendungen des deutschen Steuerzahlers für die eigene Rettung beteiligen können. Ebenso konsequent erscheint es, dass jene Sahara-Geiseln, die bereits im Mai freigekommen waren, nur 1092 Euro berappen sollen. Wer sich doppelt so lange entführen lässt wie andere, muss dafür auch den doppelten Preis bezahlen. Gar nicht vorbildlich wirkt in diesem Zusammenhang aber das Beispiel einer der Entführten, die sich ihrer kostenpflichtigen Befreiung durch ihren Tod an Ort und Stelle entzogen hat.

Zugegeben, entscheidend verringern werden sich die Miesen, welche die Bundesrepublik beim Sahara-Drama gemacht hat, durch die Geldrückholaktion bei den Opfern nicht gerade. Aber das Gerechtigkeitsempfinden des Bürgers stärkt der Obolus der Wüstentouristen doch ungemein. Und er dient der pädagogischen Ermahnung, sich seine Kidnapper in Zukunft nur noch in sicheren Weltregionen zu suchen. Am besten, man bleibt im Lande und bucht eine Geiselnahme etwa in Gladbeck oder Bremen. Das kommt den Staat viel billiger und kostet einen selbst gar nichts, allenfalls das Leben.