Die von Saudi-Arabien finanzierte König-Fahd-Akademie in Bonn soll doch nicht geschlossen werden. In letzter Minute, erklärte der Präsident der zuständigen Kölner Bezirksregierung, habe er sich mit den Betreibern auf einen Neuanfang mit Auflagen geeinigt. Dazu gehöre, dass die Schüler ausreichenden Deutschunterricht erhalten und fundamentalistische Umtriebe im Dunstkreis der Schule unterbunden werden.

Klingt nach einer liberalen Musterlösung: Einbinden und Kontrollieren ist besser als Verbieten. Jetzt müssen die Mullahs bei der Ausarbeitung ihrer Lehrpläne mit den Behörden kooperieren und sie den Werten der offenen Gesellschaft anpassen. Aufrufe zum Dschihad (siehe Titel) gegen den Westen beim Freitagsgebet wird es nicht mehr geben. Statt mit Sprengstoff zu experimentieren, müssen Al-Qaida-Sympathisanten Grammatik und die neue deutsche Rechtschreibung büffeln. Ein Pisa-Schock für Islamisten.

So weit, so gut. Doch wie überwacht man die Einhaltung solch hehrer Grundsätze? Wie erkennt die Schulbehörde die Grenze zwischen religiöser Metaphorik und Handlungsaufforderung zum Terror? Wann ist ein Koranspruch nur Koranspruch, wann eine verschlüsselte Botschaft? In welchem Tonfall muss "Dschihad" ausgesprochen werden, damit das Wort nur Seelenreinigung bedeutet?

Nein, es hilft nichts, die Kölner Bezirksregierung muss selbst wieder auf die Schulbank. Um sich in die Feinheiten islamischer Kultur einzuarbeiten. Am besten, sie meldet sich gleich in der König-Fahd-Akademie an.