Einfach köstlich: Da wird mal wieder über die Schule fabuliert, was das Zeug hält. Das Schlimme ist, dass ja alles gerne geglaubt wird, solange nur Personalkosten gespart werden können.

Ich bin 1972 in Nordrhein-Westfalen in die Schule gekommen und habe in 13 Schuljahren nur Lehrermangel kennen gelernt. Schon damals wurden ja ob des jedes Jahr zu erwartenden Schülermangels kaum Lehrer eingestellt. Wir hatten "Epochenunterricht" (zum Beispiel ein halbes Jahr Physik, ein halbes Jahr Chemie), große Klassen und Stundenausfälle. In der ach so toll reformierten Oberstufe konnte oft keineswegs nach Neigung gewählt werden - da war das Angebot, mit Ach und Krach auf die Füße gestellt, und basta.

Es gab damals eine wunderbare Karikatur: ein Lehrer vor einer Schülermasse und darunter "Ihr seid der Pillenknick, und ich bin die Lehrerschwemme".

Daran wird sich wohl nichts ändern, solange Theoretikern geglaubt wird, für deren Spökenkiekereien komischerweise immer Geld da ist.

Tanja Klein, Mainz