Noch ein Mal können die Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an diesem Donnerstag versuchen, für 2005 bis 2008 mehr Geld zu bekommen. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) hat für die Sendeanstalten eine Gebührenerhöhung von 1,07 Euro vorgeschlagen. Jobst Plog (ARD), Markus Schächter (ZDF) und Ernst Elitz (DeutschlandRadio, Deutschlandfunk) dagegen wollten ursprünglich mehr als doppelt so viel. Vor allem Elitz muss sich sorgen. Um seinen Auftrag als bundesweiter Informations- und Kulturanbieter zu erfüllen und noch bestehende Funklöcher zu füllen, brauche er "weitere UKW-Frequenzen", einen größeren Marketing-Etat und mehr Geld, um in den Bundesländern präsent zu sein, argumentiert er. Doch die KEF hat dies als "extensive Auslegung des Auftrags" zurückgewiesen und fast zehn Millionen Euro nicht bewilligt. Nun hofft Elitz auf einen Kompromiss, in dem "die KEF die Notwendigkeit, in den Ländern präsenter zu sein als bisher, teilweise akzeptiert". Für die Zukunft seiner Sender könnte das entscheidend sein. Denn es mehren sich Anzeichen, dass die Ministerpräsidenten der Länder darüber diskutieren, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk strukturell zu verkleinern. Käme es dazu, wären Elitz und seine Radioprogramme die kleinsten und damit schwächsten Gegner der Politik.